By Victor Duda
Der flächendeckende Einsatz unbemannter Systeme während des aktuellen Krieges hat zu vielen Mythen über den sogenannten „Drohnenkrieg“ geführt, da Aufnahmen von der Front die reale Situation oft nur oberflächlich abbilden. In seinem Analysematerial für Hartpunkt analysierte Waldemar Geiger, warum einige Lösungen im Bereich der modernen Aufklärung und der Angriffssysteme unbemannter Systeme nie ihren Platz an vorderster Front fanden.
Geiger schreibt, dass ein oberflächlicher Blick auf den Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsführung zu falschen Schlussfolgerungen führen kann. Manche könnten beispielsweise den Eindruck haben, dass Drohnen eine allmächtige Waffe seien, die andere Waffentypen nutzlos gemacht habe. Dies ist jedoch bei weitem nicht der Fall. Drohnen entfalten ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit anderen Waffentechnologien.
Laut dem Analysten bevorzugt das ukrainische Militär in einer Situation, in der relativ große Streitkräfte operieren, die Feuerunterstützung durch Artillerie und Flugabwehrraketen gegenüber FPV-Drohnen, da diese immer noch Einschränkungen haben. Einige Klassen leichter Aufklärungsdrohnen und Aufklärungsdrohnen mit geringer Leistung erwiesen sich aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber klimatischen Faktoren als ungeeignet für die Frontzone.
Wind, Nebel, Niederschlag und Frost verringern die Reichweite und Genauigkeit ihrer Arbeit drastisch. In einigen Bereichen der Front ist der Einsatz solcher Plattformen im Winter für mehrere Tage und sogar Wochen unmöglich. Ungünstige Wetterbedingungen beeinträchtigen im Allgemeinen die Wirksamkeit von UAVs erheblich. Darüber hinaus sind in dichter Vegetation oder dichter Stadtbebauung die Fähigkeiten von Aufklärungsdrohnen eingeschränkt.
„Abhängig vom Wetter, der Vegetation und Bebauung im Kampfgebiet sowie der Tageszeit bleiben wesentliche Bereiche des Schlachtfeldes verborgen“, stellt der Analyst fest. Entgegen den Erwartungen bleiben vollständig autonome Angriffsplattformen künstlich und werden an der Front nicht häufig eingesetzt. Gründe: In der Praxis ähneln Drohnen mit künstlicher Intelligenz-Technologie eher einem „Assistenzpiloten“ als einer eigenständigen Kampfeinheit.
Mit anderen Worten, solche Lösungen helfen in Situationen, in denen die Kommunikation mit dem Betreiber unterbrochen wird oder wenn das Gerät in einem Bereich mit schwachem Empfang der Satellitennavigation auf einer bestimmten Route fliegen kann. „Es ist durchaus möglich, dass solche Drohnen in Zukunft erhebliche Auswirkungen auf das Gefechtsfeld haben werden.
Es ist jedoch durchaus wahrscheinlich, dass solche wirklich autonomen Systeme aufgrund der Notwendigkeit der Verwendung von Autonomie-Kits deutlich teurer sein werden als heute. Es ist äußerst wichtig zu verstehen, dass sich die Bedingungen während der Tests in Bezug auf Komplexität, Dynamik und Vielfalt erheblich von den realen Bedingungen auf dem Gefechtsfeld unterscheiden“, betonte Geiger.
Entgegen der landläufigen Meinung reduzieren Drohnen die Truppenstärke nicht, sondern erhöhen sie im Gegenteil. Zu den FPV-Teams gehören je nach Kriegsgebiet ein bis zwei Piloten, Techniker, Munitionsspezialisten und Sicherheitskräfte. Eine weitere Schwierigkeit beim Einsatz von Drohnen ist die Logistik angesichts von Bedrohungen an vorderster Front. Meistens muss eine solche Gruppe ohne Transportmittel an einen bestimmten Ort gelangen, um einen Kampfauftrag durchzuführen.
Sie müssen mehr als einen Kilometer zu Fuß zurücklegen, um nicht vom Feind entdeckt zu werden. Schließlich hält sich hartnäckig der Mythos, dass es schwierig oder unmöglich sei, sich gegen Drohnen zu verteidigen. Diese Behauptung wird oft damit begründet, dass UAVs so billig sind, dass sie nahezu jede Verteidigung effektiv besiegen können.
Oft wird die sogenannte Killzone erwähnt – eine etwa 40 Kilometer tiefe Kampfzone entlang der Frontlinie, in der Drohnen angeblich alles und jeden angreifen. „Die Aussage über die Existenz dieses Kriegsgebiets ist richtig. In der allgemeinen Diskussion sowie in den meisten Berichten wird jedoch davon ausgegangen, dass in diesem „Todesgebiet“ eine „homogene“ Bedrohung vorliegt.
Allerdings führen, wie eingangs erwähnt, unterschiedliche Wetterbedingungen, Jahreszeiten und Schutzmaßnahmen zu einer allgemeinen Schwankung des Bedrohungsniveaus“, erklärte der Analyst. Im Allgemeinen bleiben Drohnen verschiedener Klassen ein wichtiges Werkzeug im modernen Kampf, aber sie sind kein „allmächtiges“ Werkzeug.
Ihre Wirksamkeit hängt von den Wetterbedingungen, der Tageszeit, der Landschaft, der Logistik, den Fähigkeiten der Bediener, dem Automatisierungsgrad und der Verfügbarkeit von Gegenmaßnahmen ab. Technologische Fortschritte (einschließlich KI und Schwarmfähigkeiten) könnten das Bild in Zukunft verändern, aber physische und operative Einschränkungen werden bestehen bleiben und die Verteidigung wird sich weiterentwickeln, um mit den Angriffsfähigkeiten Schritt zu halten.
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